Arbeitnehmer sind in der Regel während der Arbeitszeit recht gut versichert. Das trifft für Unfälle und Krankheiten zu, die einem während der Arbeitszeit begegnen. Die gesetzlichen Versicherungen für diese Fälle setzen meistens alles daran, dass der Betroffene so schnell wie möglich wieder arbeitsfähig wird. Was aber geschieht, wenn dies nicht mehr erreicht werden kann? Dann wird seitens der gesetzlichen Rentenversicherung geprüft, ob die betreffende Person ein Anrecht auf eine Rente wegen Erwerbsminderung hat. Diese Rente wird nochmals unterteilt in die Rente wegen voller Erwerbsminderung oder wegen teilweiser Erwerbsminderung. Das ist vor allem für die Personen von Bedeutung, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, da diese im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Berufsschutz mehr besitzen.

All jene Personen, für die der Berufsschutz nicht mehr gilt, müssen demnach gegenüber dem Rentenversicherer nachweisen, dass sie keinerlei Tätigkeit auf dem frei zugänglichen Arbeitsmarkt mehr ausüben können und zwar für eine gewisse Dauer. Wer also zum Beispiel eine halbe Erwerbsminderungsrente (Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung) beantragt, der darf nicht mehr in der Lage sein, irgendeine berufliche Tätigkeit auszuüben für die Dauer von mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden täglich. Das würde zum Beispiel für einen Maurer bedeuten, wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber dafür eine Tätigkeit als Pförtner, so käme es darauf an, wie lange er diese Tätigkeit ausüben kann. Gilt dies für den gerade benannten Zeitraum, dann könnte die Person aus diesem Beispiel eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beantragen. Die Höhe dieser Rente läge derzeit bei etwa 15 % des letzten Bruttolohnes.

Um diese Rente zu erhalten, müssen aber auch noch die Anwartschaftszeiten der Rentenversicherung erfüllt werden. Danach muss die Person zunächst einmal mindestens 60 Monate pflichtversichert sein. Obendrein müssen in den letzten fünf Jahren drei Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung eingezahlt worden sein. Liegen diese Grundvoraussetzungen vor, dann kommt es darauf an, ob man für länger als drei, aber weniger als sechs Stunden einer beruflichen Tätigkeit nachgehen kann oder nicht. Liegt der Zeitraum unter drei Stunden, so erhält man die volle Erwerbsminderungsrente und liegt der Zeitraum über sechs Stunden, so erhält man keinerlei Rente.