Im Laufe der Jahre ist auch die Rentenversicherung in Deutschland nicht ohne eine weitreichende Reform ausgekommen. Gab es noch vor ein paar Jahren schon Rentenansprüche für eine Berufsunfähigkeit, so ist dieser Zweig vollkommen weggefallen. Das war die Zeit, als neben der Berufsunfähigkeit auch noch der Begriff der Erwerbsunfähigkeit auftauchte. Mit der im Jahre 2001 durchgeführten Reform im Rentenbereich fielen diese Begriffe komplett weg. Man spricht jetzt nur noch von einer Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung. Gerade im Bereich der teilweisen Erwerbsminderung hat es einschneidende Veränderungen gegeben, da nun weitaus höhere Voraussetzungen erfüllt werden müssen, als dies noch bei einer Rente wegen Berufsunfähigkeit der Fall war.

Für die Berufsunfähigkeit galt, dass man die erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. Für ungelernte Arbeitnehmer galt in diesem Sinne, dass man die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. In einem solchen Fall erhielt man von der Rentenversicherung die Berufsunfähigkeitsrente. Diese betrug zwei Drittel der eigentlichen Altersrente. Heute gibt es diese Form der Rente nicht mehr. In einem Fall von Berufsunfähigkeit wird nun geprüft, ob eine teilweise Erwerbsminderung vorliegt. Diese ist immer dann gegeben, wenn der Arbeitnehmer eine Tätigkeit ausüben kann, die einen täglichen Aufwand von mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden zulassen. Dabei muss diese Tätigkeit jedoch nicht in dem bisher ausgeübten Beruf liegen. Hierzu gilt jede Art der Arbeit, die auf dem freien Arbeitsmarkt verfügbar und zumutbar ist. Für Personen, die vor dem 02.01.1961 geboren wurden, gelten noch die alten Voraussetzungen einer Berufsunfähigkeitsrente. Allerdings wird dann auch für diese eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gezahlt und diese beträgt nur noch 50 % der allgemeinen Altersrente.

Um eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu erhalten, darf die Person, die die Rente beantragt, nicht mehr in der Lage sein, auf dem freien Arbeitsmarkt eine Tätigkeit auszuüben, die eine tägliche Arbeitszeit von drei Stunden und mehr erfordert. Nur wenn man unterhalb dieser Dreistundengrenze liegt, liegt nach dem Gesetz eine volle Erwerbsminderung vor, die man allgemein mit dem Begriff der Erwerbsunfähigkeit verbindet. Die größten Unstimmigkeiten zwischen dem Rententräger und den versicherten Personen gibt es jedoch bei der teilweisen Erwerbsminderung. Hier werden immer wieder Gutachten vom Rententräger erstellt, die dem Versicherten eine Arbeit von drei bis unter sechs Stunden durchaus zumuten. Fraglich ist jedoch immer die Verfügbarkeit nach so einem Job. Wenn eine solche Situation gegeben ist, dann kann es sogar vorkommen, dass man in diesem Fall eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhält.